Volle Tribünen während eines Six-Nations-Rugbyspiels
Rugby10 juni 2026· Martijn Duker

Was ist die Six Nations und warum steht sie auf so vielen Bucketlists?

Sechs Länder, fünf Wochenenden, eine der schönsten Sporttraditionen Europas. Die Six Nations ist Rugby in seiner besten Form, und du musst kein Kenner sein, um davon hin und weg zu sein. Ich erkläre dir, was sie ist und warum so viele Menschen einmal dabei sein wollen.

Was ist die Six Nations genau?

Die Six Nations ist das jährliche Rugbyturnier zwischen England, Schottland, Wales, Irland, Frankreich und Italien. Es wird jedes Jahr im Februar und März ausgetragen, verteilt auf fünf Wochenenden. Daher der Name: sechs Länder, die um den Titel kämpfen.

Es ist eines der ältesten Rugbyturniere der Welt. Die ersten Ausgaben reichen bis ins neunzehnte Jahrhundert zurück, als nur die vier Länder der Britischen Inseln mitspielten. Später kam Frankreich dazu und schließlich Italien, und so entstand das Turnier, wie wir es heute kennen. Diese Geschichte spürst du auf den Tribünen.

Wie das Turnier funktioniert

Das System ist herrlich einfach. Jedes Land spielt einmal gegen jedes andere Land, also fünf Spiele pro Mannschaft. Wer zu Hause spielt und wer auswärts, wechselt von Jahr zu Jahr. In der einen Saison empfängt Irland Frankreich in Dublin, im Jahr darauf reist Irland nach Paris. So kehrt jedes Duell alle paar Jahre auf einer anderen Bühne wieder.

Für einen Sieg gibt es Punkte, und es sind Bonuspunkte zu holen, etwa durch viele Versuche oder durch eine knappe Niederlage. Am Ende der fünf Spielrunden holt sich die Mannschaft mit den meisten Punkten den Titel. Keine komplizierten Gruppen oder Play-offs, einfach jeder gegen jeden. Das macht es auch für einen Neuling leicht zu verfolgen.

Triple Crown, Grand Slam und der Wooden Spoon

Rund um das Turnier liegt eine Wolke aus Traditionen, und die machen es gerade so reizvoll. Die schönste ist der Grand Slam: Gewinnst du alle fünf Spiele, hast du einen Grand Slam in der Tasche. Das gelingt längst nicht jedes Jahr, und wenn es passiert, ist im siegreichen Land großes Fest.

Dann gibt es die Triple Crown, ein Ehrentitel, der nur für die vier Länder der Britischen Inseln gilt. Schlägst du als England, Schottland, Wales oder Irland die anderen drei dieser Gruppe, gewinnst du die Triple Crown. Und am unteren Ende lockt der Wooden Spoon, der sprichwörtliche Holzlöffel für das Land, das alle seine Spiele verliert. Niemand will ihn, aber es wird genüsslich darüber gescherzt.

Manche Duelle haben sogar ihren eigenen Pokal. England und Schottland spielen jedes Jahr um den Calcutta Cup, eine Trophäe mit mehr als hundert Jahren Geschichte. Es sind solche Details, die einem Spiel zusätzliche Bedeutung geben.

Warum die Atmosphäre so besonders ist

Was die Six Nations wirklich besonders macht, ist die Art, wie das Publikum miteinander umgeht. Heim- und Auswärtsfans stehen vor dem Spiel einfach nebeneinander im Pub, und danach trinken sie zusammen ein Pint. Keine Zäune, kein Theater. Das überrascht fast jeden, der zum ersten Mal hingeht.

Und dann das Singen. Bevor der Ball aufs Feld kommt, stimmt ein ganzes Stadion die Hymne an. Fünfundsiebzigtausend Menschen, die gemeinsam Flower of Scotland oder das walisische Land of My Fathers schmettern, da bekommst du eine Gänsehaut. Es ist ein Moment, den du nicht mehr vergisst, auch wenn du Rugby sonst kaum verfolgst.

Die Spiele selbst sind hart und fair. Rugby kennt einen strengen Ehrenkodex: Du akzeptierst die Entscheidung des Schiedsrichters ohne Protest, und Respekt vor dem Gegner steht an erster Stelle. Das gibt dem Ganzen etwas altmodisch Sympathisches.

Auch wenn du Rugby noch nicht kennst

Du musst die Regeln nicht auswendig können, um Spaß daran zu haben. Die Grundlagen begreifst du in zehn Minuten: Du versuchst, den Ball über die Linie des Gegners zu legen, du darfst nur nach hinten passen, und wer den Ball hat, darf getackelt werden. Den Rest lernst du beim Zuschauen ganz von selbst.

Genau deshalb steht die Six Nations bei so vielen Menschen auf der Bucketlist. Es ist ein Sportevent und ein Städtetrip in einem. Du kombinierst ein Spiel mit einem Wochenende in Edinburgh, Dublin, Cardiff oder Paris, Städten, die an einem Spieltag richtig aufleben. Für viele Besucher ist das die perfekte Mischung: ein paar Tage weg, ein unvergesslicher Nachmittag im Stadion und eine Atmosphäre, die du nirgendwo sonst so findest.

Selbst einmal live dabei sein

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